Bachelorstudium

Nachgraduierung

rtaustria hat mit der Änderung der Berufsbezeichnung und der Umstellung der Ausbildung auf das Fachhochschulsystem bereits 2004 vom Gesetzgeber eine Lösung zur Nachgraduierung für Absolvent/innen einer Ausbildung nach dem „alten System“ gefordert.

Damit wollte man einer möglichen Ungleichbehandlung durch das Führen eines akademischen Grades entgegenwirken. Zu einer globalen Umsetzung kam es jedoch nicht, da eine berufsrechtliche Gleichstellung - inklusive möglichem Zugang zu Masterstudiengängen - ohnehin weiter gegeben war und ist. Die Politik bzw. zuständigen Ministerien hatten keine Möglichkeit einer globalen Lösung gesehen. Für eine erforderliche Änderung der Gesetzeslage kommt nämlich unter anderem ein konkreter erschwerender Faktor hinzu. Dieser hatte es bislang nicht möglich gemacht, allen daran interessierten Akademieabsolvent/innen die Möglichkeit einer Nachgraduierung einzuräumen: Bis 2019 bestehen nämlich noch sowohl eine Akademieausbildung wie auch Bachelorstudiengänge (Physiotherapie). Solange dies der Fall ist und beide Ausbildungssysteme zur Anwendung kommen, wird von der Politik eine allgemeine und tragfähige Lösung ausgeschlossen. Obwohl dies nicht unseren Beruf betrifft sind alle gehob. MTD betroffen.

„Sondermodell“ konterkariert einheitliche Lösung 

Eine Fachhochschule lässt nun seit einiger Zeit aufhorchen, da sie u.a. Radiologietechnologen/innen, welche im „alten System“ ausgebildet wurden, ermöglicht, den Bachelor nachzumachen. Dieses „Sondermodell“ eines einzigen Fachhochschulträgers ist keines, das der Berufsverband unterstützt. Es kommt, vor dem Hintergrund seiner Begrenztheit an Plätzen, ausschließlich für wenige Personen in Frage. Zudem kann hier auch nicht von einer "Nachgraduierung" gesprochen werden. Vielmehr sieht dieses „Konstrukt“ vor, dass auf Grund der spezifischen Vorbildung ein erheblicher Teil der Ausbildung anerkannt wird, einige Inhalte nachgemacht werden und dann die Ausbildung nochmals, diesmal im Rahmen eines FH-Studienganges, abgeschlossen und damit ein BSc. verliehen wird. Dabei kommen jedoch nur Plätze von Studienabbrecher/innen zur Vergabe. 

Eine "allgemeine" oder gar "automatische" Nachgraduierung, die für alle Absolvent/innen von Akademien zugänglich sein müsste, bedürfte nach wie vor einer Gesetzesänderung. 

Aktuelle Entwicklungen

Wenn trotz angesprochener Gleichhaltung - die auch von den zuständigen Ministerien zugesichert wurde - es nun u.a. durch Arbeitgeber/innen zu einer Ungleichbehandlung kommt, ist ein persönliches Erfordernis der betroffenen Berufsangehörigen für eine Nachgraduierung, durchaus nachvollziehbar. Eine derartige Ungleichbehandlung ist auch für den Berufsverband nicht tragbar. 

Nachdem nun durchgesetzt wurde, dass die Akademien per Gesetz auslaufen müssen, stellt sich ab 2019 die Situation wieder neu dar. Es fällt damit nämlich die Parallelität von Akademien und FH-Studiengängen als ein Grund, der bislang gegen die Nachgraduierung gesprochen hatte, weg.

rtaustria wird sich daher im Zuge der Entwicklungen mit der Thematik, gemeinsam mit den anderen Verbänden der gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD), erneut auseinander setzen und alles unternehmen, um für alle daran interessierten Kollegen/innen eine Möglichkeit zur Führung eines BSc.-Titels zu erreichen.